
Nicht alles, was einem als Projekt verkauft wird, hat diesen Titel auch verdient. Der Unterschied zur Routine ist wichtig.
Ich kann es nicht mehr hören: “Wir machen da ein Projekt!” Und im nächsten Satz wird von “Zuständigkeiten” und “Abteilungen” gesprochen. Da möchte ich laut zwischenrufen: “Haltet ein, so wird das nichts!” Mein Zwischenruf kommt von Innen, von tief drin. Denn viele Dinge, die als Projekt bezeichnet werden, sind keins, und viele Projekte, die welche sind, werden nicht als Projekte geführt. Was wiederum nirgendwo hin führt, außer leider oft ins Chaos.
Wer ein Projekt macht, ein echtes, beginnt gedanklich auf der grünen Wiese. Er hat eine Aufgabe bekommen und muss diese Aufgabe lösen, das Problem beiseite schaffen. Gäbe es dafür eine Routine, einen verlässlichen Ablauf, wäre kein Projekt nötig. Ganz abgesehen davon, dass dann die Aufgabe wohl gar nicht existierte. Ein Projekt hat einen Zustand heute – die Ausgangslage – und einen Zustand morgen – das Ziel des Vorhabens. Der Weg dazwischen ist nicht definiert, nicht beschrieben, nicht organisiert. Deshalb ist es ein Projekt. In keiner Abteilung gibt es eine Aufgabenbeschreibung, die dem Projekt gerecht wird. Ganz abgesehen davon, dass es beim Projekt meist um den Zwischenraum oder die Mauer geht, die zwischen den Abteilungen steht. Die ist ebenso unnötig wie gleichzeitig im Weg. Weiterlesen »








