"Warum bauen Autobauer keine Fahrräder?"

Wie kann die kreative Leistung erbracht werden?

Wie kann die kreative Leistung erbracht werden?

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Antikrisenblog.

Einen Artikel mit dieser Überschrift habe ich soeben in der GDI Impuls (1/2009, siehe www.gdi.ch) gelesen und er hat mich nachdenklich gemacht. Detlef Gürtler interviewt Tim Renner, der das Buch „Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm“ veröffentlicht hat und darin den Niedergang der Musikindustrie beschreibt. Im von mir gelesenen Artikel ziehen die beiden Parallelen zur aktuellen Situation in der Automobilindustrie.Die Musikindustrie hatte in den 90er-Jahren die richtigen Fragen gestellt und es gab auch damals bereits Lösungen, die heute funktionieren. Es hätte also alles gut ausgehen können. Theoretisch. Damals jedoch gab es etablierte Strukturen in Unternehmen, die am bereits vorhandenen Geschäftsmodell festhielten. Schließlich hatte das bisher auch immer gut funktioniert.

Dass die Rahmenbedingungen sich verändert hatten, dessen war man sich gar nicht so bewusst. Ein bisschen wie der Frosch im Wasserglas, der bei langsam steigender Temperatur die Erwärmung gar nicht merkt und stirbt. Mal ehrlich: könnte das bei Ihnen im Unternehmen auch so sein? Wer sind die, die die Ideen haben und welche sind die Spieler, die am scheinbar Bewärten festhalten? Wer hat letztlich die Macht Neues zu wagen und Altes über Bord zu werfen und sind diese Menschen bereit, das auch zu tun? Selbst wenn der Aufsichtsrat gar nicht so einverstanden ist?

Neben all diesen Fragen hat mich eine Parallele dazu gebracht, heute in die Tasten zu hauen: ich verwende gerne ein Modell, das die Anforderungen an ein Projekt in drei Dimensionen ausdrückt und Projektteams hilft greifbar zu machen, wie die Projektstrategie aussehen sollte (s. www.3d-projektmanagement.de). Eine dieser Dimensionen ist der Anspruch an die kreative Leistung. Soll diese kreative Leistung hoch sein, muss man aus bestehenden Strukturen ausbrechen. Es bleibt nichts anderes, da das Establishment zu mächtig ist.

Dieser Ausbruch aus bestehenden Strukturen geht bis hin zur Ausgründung der Geschäftsentwicklung in eine neue, unabhängige Firma, wenn es sein muss und man sichergehen will. Mindestens aus den täglichen Abläufen und Entscheidungsmustern muss man ein Projektteam heraus nehmen, das sich mit der Entwicklung komplett neuer Geschäftsmodelle beschäftigen soll. Sonst besteht die Gefahr, dass man alten Wein in neuen Schläuchen produziert und das nur bedingt die Zukunft sichert. Wie in der Musikindustrie eben.

Wenn Sie also bereits dran sind, neues Geschäft zu erschließen, dann könnte es sinnvoll sein sich zu fragen, ob die damit beauftragte Truppe genügend Abstand hat.

Über Ihr Feedback freue ich mich.

Ihr
Holger Zimmermann
Projektmensch.

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