Gute Ziele sind Richtschnur im Projekt

Gute Ziele sind Richtschnur im Projekt

Gute Ziele sind nicht nur zu Projektbeginn wichtig, sie liefern die Richtschnur für das gesamte Vorhaben.

Projekte leben von Zielen. Ziele sind eine Grundvoraussetzung, um Energie und Aufmerksamkeit richten zu können, um Filtern zu können, was wichtig ist und was nicht. Angesichts dieser Tatsachen ist es erschreckend, wie wenig Zeit in Projekten auf Ziele verwendet wird. Das gilt für die Auftraggeber von Projekten wir für Projektleiter und deren Teams gleichermaßen. „Ziele sind doch eh klar!“ Ein fataler Irrtum, der viel Energie kostet.

Überprüfen kann diese Tatsache jeder mit einem kleinen Experiment. Bitten Sie Auftraggeber und Projektteam darum, das Ziel des Projekts in Worte zu packen – ohne sich mit den Kollegen abzustimmen. Der Grundtenor ist überall derselbe (hoffentlich), in deren Ausgestaltung liegen meist die Unterschiede. Die entscheiden allerdings im Alltag etwa darüber, welche Lösung die „richtige“ ist. Nicht selten entsteht ob einer solchen Frage ein Streit. Der deutet allerdings nicht auf schlechte Lösungen hin, vielmehr auf unterschiedliche Zielvorstellungen. Deren Abgleich beendet einen solchen Streit meist schnell.

Wie aber erstellt „man“ gute Ziele? In unserem Basisseminar legen wir den Wert bei der Zielformulierung vor allem darauf, dass es sich bei einem Ziel um einen Soll-Zustand handelt, sprich: um einen Zustand, den man erreichen möchte. Außerdem legen wir Wert darauf, dass Ziele klar formuliert sind und greifbar, messbar. Das Akronym „S.M.A.R.T.“ wird dort eingeführt (vgl. Wikipedia „SMART (Projektmanagement)„) In Kombination mit dem Termin sind die Grundlagen für gute Ziele gelegt. Wer diese nun noch verbessern will, hat mehrere Möglichkeiten.

In einem nächsten Schritt lohnt es sich das Augenmerk auf die angestrebte Veränderung zu lenken: Was wird nach Projektende anders sein als heute? (Beispiel: „Wir haben nach Projektende 250000 Leser, gegenüber 200000 heute.“) Woran erkennt ein Außenstehender den Unterschied? Was wird gleich sein?

Außerdem lohnt es sich, den Blick auf die Dinge zu richten, die nicht erreicht werden sollen. Damit wird auch der Verantwortungsbereich des Projekts präziser abgegrenzt. Was ist nicht Ziel des Vorhabens? (Beispiel: „Nicht Ziel des Projekts ist es, nach Projektende niedrigere Prozesskosten zu haben als heute.“) Was gehört nicht zur Verantwortung des Projektteams?

Ein dritter Punkt, der uns immer wieder auffällt, bezieht sich gerade auf diesen Projektumfang. Etwa bei der Entwicklung einer neuen Maschine steht eben diese im Fokus. Relevant für das Ziel sind meist aber auch andere Themen wie die Erstellung der Dokumentation, die Umstellung von Prozessen ist nötig, die Schulung von Servicekräften, die Kommunikation in den Markt hinein etc. Methodisch hilfreich ist es hier Abteilung für Abteilung eines Unternehmens gedanklich aufzurufen und zu überlegen, was am Ende für diese Menschen relevant sein wird. Dasselbe gilt dann übrigens auch für Lieferanten und Kunden.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem Projektbrief vom 18. Januar 2013

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