Buchtipps Projektmanagement

Was lohnt sich zu lesen, wenn es um Projektmanagement geht? Hier eine kleine Auswahl.

Was lohnt sich zu lesen, wenn es um Projektmanagement geht? Hier eine kleine Auswahl.

Wie schreibt man einen Roman über Projektmanagement? Tom DeMarco ist einer der Erfahrenen, wenn es um das Thema Projektmanagement geht. Mit „Der Termin“ hat er sein Wissen in eben dieser Buchform verpackt: die hübsche Lahksa entführt Mr. Tompkins, der als erfahrener Systemmanager fortan viele Projekte für sie leiten soll. Fachlich fundiert erläutert DeMarco fortan aus dessen Perspektive, was eine erfolgreiche Projektlandschaft ausmacht. „Der Termin“ ist nur eines der Bücher, die ich in Sachen Projektmanagement als sehr lesenswert finde.

Der Termin, ein Roman über Projektmanagement / Tom DeMarco / Hanser Verlag, 2007

Trocken sind DeMarcos Bücher selten und trotzdem mit viel Wissen und Erfahrung gespickt. Gemeinsam mit Timothy Lister hat er in „Bärentango“ beschrieben, wie Risikomanagement helfen kann, Projekte zum Erfolg zu führen. Man wünschte sich, sein Buch hätte im Rahmen von großen Projekten wie dem Berliner Flughafen (Siehe hierzu auch: Wie man ihn retten kann …) oder Stuttgart 21 (Siehe hierzu: Wer konkrete Kosten nennt, der flunkert …) eine größere Verbreitung erfahren. Wer verstehen will, wie sich Risiken auf Terminpläne und Kostenschätzungen auswirken, findet darin die vollständige Erklärung samt mathematischer Modelle – die nachvollziehbar erläutert werden. Die Prinzipien gelten dabei für große wie auch mittlere und kleine Projekte gleichermaßen. Nach der Lektüre werden Sie zustimmen, dass es gar nicht so leicht ist, einen einzelnen Fertigstellungstermin für ein Projekt anzugeben. Und Sie können auch erklären, wieso.

Bärentango: Mit Risikomanagement Projekte zum Erfolg führen / Tom DeMarco, Timothy Lister / Hanser Fachbuch, 2003

Wer sich mehr für die Methodik im Projektmanagement interessiert, findet so viele Titel im Angebot, dass ein gesamtes Menschenleben wohl kaum ausreichen wird, alle zu lesen. Aus der Vielzahl sticht für mich unter anderem „Projekte zum Erfolg führen“ von Heinz Schelle heraus, da das Buch hält, was der Untertitel verspricht: „Projektmanagement systematisch und kompakt.“ Ein kleines Büchlein, das alles Wissenswerte zur Methodik „Projektmanagement“ liefert.

Projekte zum Erfolg führen. Projektmanagement systematisch und kompakt. / Heinz Schelle / Deutscher Taschenbuch Verlag, 2010

Ebenfalls noch recht kompakt, jedoch um Checklisten ergänzt, bearbeitet Hans-Dieter Lidtke in „Projektmanagement“ das Thema. Mit „Methoden, Techniken, Verhaltensweisen“ trifft auch hier der Untertitel den Inhalt genau. Sämtliche Fragen zu Methodik und Anwendung werden darin beantwortet. Womit sich das Buch gleichfalls als Nachschlagewerk anbietet.

Projektmanagement: Methoden, Techniken, Verhaltensweisen / Hans-Dieter Lidtke / Hanser Verlag, 2007

Wer sich eher für agiles Projektmanagement interessiert, muss bei Ken Schwaber gerade mal bis Seite 16 lesen, um die Grundprinzipien von SCRUM zu verstehen. Die Logik dieser Art Projekte zu steuern, zeigt bisher besonders in Softwareprojekten sehr gute Erfolge. Zusätzlich beschreibt Schwaber anhand fiktiver Firmen beispielhaft, wie die Grundprinzipien konkret angewendet werden können. Wobei ich anmerken möchte, dass sich agiles Projektmanagement und klassisches Projektmanagement nicht ausschließen. Im Gegenteil. Für bestimmte Projekte hat die geschickte Kombination einen besonderen Charme. Worauf Schwaber allerdings nicht eingeht.

Agiles Projektmanagement mit Scrum / Ken Schwaber / Microsoft Press Deutschland, 2007

Um eine ganz andere Sache geht es in „Der Minuten-Manager und der Klammer-Affe“. Wie führt man ohne Macht? Anschaulich beschreiben die Autoren um Kenneth Blanchard, wie es gelingt, nicht alle Arbeit selbst zu machen. Ein Phänomen, das Projektleiter besonders gut kennen, da sie oft Menschen führen müssen, denen sie keine Weisungen geben können. Entsprechend sind Mechanismen gefragt, die dazu führen, dass Arbeit verteilt wird und verteilt bleibt. Nett geschrieben und leicht zu lesen sind die Tipps „Wie man lernt, sich nicht zuviel aufzuhalsen.“ (Als „Affe Hans“ lernen Sie diesen Affen übrigens in unserem „Basisseminar Projektmanagement“ kennen.)

Der Minuten-Manager und der Klammer-Affe: Wie man lernt, sich nicht zuviel aufzuhalsen.“ / Kenneth Blanchard u.a. / Rowohlt, 1990

Wenn es um das Thema Kommunikation geht, empfehle ich einen Klassiker: „Miteinander reden“. Klingt einfach, wird selten gemacht. Wie gute Kommunikation gelingt, beschreibt Friedemann Schulz von Thun ausführlich in drei Bänden. Ausgangsbasis ist das Sender-Empfänger-Modell, das als Erklärungsmodell nach wie vor sehr gute Dienste leistet. Denn das Ziel guter Kommunikation ist, dass der Empfänger verstanden hat, was man sagen wollte. In diesem Sinne sind auch Projektpläne Kommunikationsmittel, die sicherstellen, dass alle Beteiligten das verstanden haben, was die anderen sagen wollten.

Miteinander reden, Band 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. / Friedemann Schulz von Thun / rororo, 2010
Miteinander reden, Band 2: Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung; Differentielle Psychologie der Kommunikation / Friedemann Schulz von Thun / rororo, 2010
Miteinander reden, Band 3: Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation / Friedemann Schulz von Thun, Verena Hars / rororo, 2013

Worin liegt eigentlich der Nutzen von Projektmanagement? Würde man Erik Händeler fragen, würde der vermutlich eine Antwort geben, die mit der Produktivität der Zusammenarbeit zu tun hat. In der Produktion sind die Prozesse inzwischen optimiert, aber in Projekten? Händeler nimmt in „Die Geschichte der Zukunft“ die Kondratieff-Zyklen als Ausgangspunkt, um sich darüber Gedanken zu machen, woher der nächste Produktivitätsschub kommen wird. Damit liefert es sicherlich eine außergewöhnliche Perspektive auf das, was die Methode Projektmanagement bewirkt.

Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen. / Erik Händeler / Brendow, 2005

Aus persönlicher Sicht ist das Buch „Wir nennen es Arbeit“ einen Blick wert. Wird darin doch recht präzise vorweg genommen, was wir in unserer Lebenswirklichkeit seit Jahren bereits erleben. Die Grenzen von Unternehmen lösen sich auf. Damit wird die Organisationsform „Projekt“ konsequent zu Ende gedacht. Ganz so haben es Holm Friebe und Sascha Lobo nicht gesehen, denn im Buch geht es nicht um Projekte. Vielmehr beschreiben sie eine Arbeitsform, die der Entwicklung in der Welt der Projekte sehr entgegen kommt. (Diesem Buch hatten wir bereits vor einigen Monaten einen ausführlichen Buchtipp gewidmet.)

Wir nennen es Arbeit. Die digitale Boheme oder: Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung. / Holm Friebe, Sascha Lobo / Heyne Verlag, 2008

Damit genug für diese Runde. Auch wenn es noch so viel zu empfehlen gäbe. Wobei ich neugierig bin: welche Quellen empfehlen Sie Projektmenschen rund um das Themengebiet „Projekte“ und „Projektmanagement“? Ich freue mich über Kommentare. Weitersagen!

Ihr
Holger Zimmermann
Projektmensch.


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